Entscheidungen treffen – Keine Entscheidung ist auch eine Entscheidung

Jeden Tag treffen wir unzählige Entscheidungen. Stehen wir auf? Putzen wir uns die Zähne? Alles tief in uns verankerte, automatische Entscheidungen, die uns das Leben erleichtern, weil wir sie eben nicht täglich aufs Neue treffen müssen. Meist entsprechen sie den Denkstrukturen, in denen wir erzogen wurden oder dem gesellschaftlichen Kontext.

Hinzu kommt ein gewisses Maß an Erfahrungen. Putzen wir uns die Zähne nicht, müssen wir zum Zahnarzt – das kann wehtun. Also putzen wir lieber. Wir alle leben in unserer eigenen Welt, der Welt, die wir kennen
und in der wir die Konsequenzen von Entscheidungen größtenteils einschätzen können. Doch was, wenn wir eine Entscheidung treffen müssen, bei der wir die Konsequenz im Vorfeld nicht abschätzen können? Eine Entscheidung, die außerhalb unserer bisherigen, bekannten Welt liegt, eine Entscheidung, die möglicherweise unser Leben verändert? Wenn wir beispielsweise keine Freude mehr an unserem Job haben und uns einen anderen wünschen.

Laut der globalen „Employee Engagement“ Studie von Great Place to Work empfinden 45 Prozent der Österreicher ihren Arbeitsplatz als psychisch und emotional nicht gesund. Wenn wir uns in unserem bisherigen Tätigkeitsbereich nicht mehr wohlfühlen und in ein ganz neues Berufsfeld wechseln wollen, wird das Ganze meist noch herausfordernd. Wir wissen nicht, was uns erwartet und ob wir mit unserer bisherigen Qualifikation überhaupt einen neuen Job finden. Vielleicht gefällt uns das Neue dann doch nicht, vielleicht verdienen wir weniger und können unsere monatlichen Kosten nicht mehr decken, vielleicht sind die Kollegen herausfordernd.
Vielleicht, vielleicht, vielleicht…

Dagegen wissen wir genau, was wir an unserem jetzigen Job
haben, auch wenn er uns vielleicht keinen Spaß mehr macht.

Was ist passiert? Wir haben das Bekannte, das Vertraute verlassen und einen Blick ins Unbekannte geworfen. Wir wissen nicht, was uns dort erwartet und das macht uns Angst. Vielleicht wird alles schlechter und wir bereuen unsere Entscheidung zutiefst. Bei vielen Menschen fällt nun die Entscheidung zugunsten des Bekannten aus. Vielleicht sucht sich der ein oder andere einen neuen Job, aber in ein gänzlich neues Tätigkeitsfeld zu wechseln, erscheint vielen deutlich zu riskant. Manche verharren in der Situation und erklären dies damit, dass sie nicht so unverantwortlich handeln können – wegen der Umstände, seien es Hypotheken, Kinder oder anderes. Stattdessen versuchen sie, ein künstliches Wohlfühlbiotop in ihrem Zuhause, ihrem Hobby zu erschaffen. Manch einem mag dies gelingen, doch die Energie des Ortes, an dem ein Mensch 30, 40 oder mehr Stunden in der Woche verbringt, wirkt unbewusst fort.

In jedem Fall gilt es, eine bewusste Entscheidung, die nicht auf Verdrängung basiert, zu treffen und sich über die Konsequenzen des Handelns bewusst zu sein. Wer sich also entscheidet, den alten Job aufgrund des guten Gehaltes zu behalten, der sei diesbezüglich ehrlich zu sich selbst und formuliere diese Entscheidung emotionslos. Der belüge sich nicht hinsichtlich der Motive und versuche vor allem nicht, sich den Grund der Entscheidung schönzureden. Egal wie eine Entscheidung ausfällt, man kann sich jederzeit umentscheiden. Der Lebensweg besteht aus einer Vielzahl von Entscheidungen. Erst während wir gehen können wir erfahren, ob es für uns und unser Leben die richtige Entscheidung und die richtige Richtung ist. Wenn wir nur in der Angst verhaftet sind, werden wir unsere wahren Möglichkeiten niemals kennenlernen. Wir alle sollten uns darüber im Klaren sein, dass wir zumindest dieses Leben nur ein einziges Mal in dieser Form leben.

Es obliegt uns zu entscheiden, ob es sich nicht lohnt, hin und wieder ein Risiko einzugehen. Diese Entscheidung ist individuell. Vergessen Sie nicht – wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich – immer – eine andere.

Thomas Petersen

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